15.01.2019

Deckengondeln & TV to go

Für den Neustart der Westfrankenbahn werden 35 Triebzüge der Baureihe 642 einem Redesign unterzogen und mit neuen Entertainment-Angeboten ausgestattet.

Der Fahrplanwechsel 2019/20 wirft seine Schatten voraus: Am 26. Oktober 2018 stellte die Bahntochter Westfrankenbahn (WFB) in Aschaffenburg mit 642 127/627 den ersten modernisierten Triebzug des Typs Desiro Classic vor. Bis Ende 2018 sollen 35 redesignte Einheiten die Triebzüge der Baureihe 628 ablösen. Mit den neuwertigen Fahrzeugen ist die Westfankenbahn ab dem 8. Dezember 2019 für weitere zwölf Jahre auf ihrem in Bayern und Baden-Württemberg gelegenen Streckennetz unterwegs, das sie 2016 in einer europaweiten Ausschreibung verteidigen konnte.

400 Kilometer langes Streckennetz

Bei der Westfrankenbahn handelt es sich um eine Marke der DB RegioNetz Verkehrs GmbH. Die Ende 2000 gegründete Bahntochter, die ihren Sitz in Frankfurt (Main) hat, betreibt bundesweit fünf Regio-Netze, die als mittelständische Verkehrsunternehmen eigenständig und flexibel vor Ort agieren. Basis der jeweiligen Regio-Netze sind einzelne oder mehrere Strecken, die von der DB Netz AG gepachtet wurden. Die Unternehmen sind damit nicht nur für den Erhalt des Schienennetzes, sondern auch für die Modernisierung und den Neubau von Stationen zuständig. Weitere Regio-Netze sind die Erzgebirgsbahn, die Kurhessenbahn, die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn sowie die Südostbayernbahn.

Die Westfrankenbahn mit Sitz in Aschaffenburg ist seit dem 1. Januar 2006 unterwegs. Befahren wird ein zirka 400 Kilometer langes Streckennetz, davon sind rund 200 Kilometer eigene Infrastruktur. Neben 50 eigenen werden auch 41 Stationen im Netz der Deutschen Bahn bedient. Zurzeit besteht der Fuhrpark aus 27 Triebzügen der Baureihe 628 und sechs Einheiten der Baureihe 642. Täglich werden in 239 Zügen 17.000 Fahrgäste befördert, jährlich zirka 3,6 Millionen Zugkilometer erbracht. 350 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Betrieb.

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Neues Unterhaltungsangebot

Große WLAN-Piktogramme weisen schon von außen auf das neuartige Informations- und Unterhaltungsangebot der Westfrankenbahn hin. Gemeinsam mit der Videoplattform dailyme TV und dem Internetdienstleister Hotsplots werden alle Fahrzeuge mit WLAN und dem Entertainment-Service »TV to go« ausgestattet. Hotsplots speichert hierfür ausgesuchte Nachrichten, Filme und Serien auf dem WLAN-Hotspot des Zuges, die über die werbefinanzierte App dailyme TV auf die Smartphones und Tablets der Fahrgäste übertragen werden können. In jedem Fahrzeug stehen zwei leistungsfähige WLAN-Access-Points zur Verfügung. Das Besondere an TV to go ist, dass die Reisenden das Programm auch nach Fahrtende offline weiterschauen können: Über die App besteht die Möglichkeit, die Inhalte auf das Endgerät herunterzuladen. Die tagesaktuellen Inhalte werden über »WLAN-Tankstellen« im Betriebswerk oder LTE (Long Term Evolution) auf der Strecke auf die Fahrzeuge übertragen. Diesen gesamten Prozess steuert eine von der DB Fahrzeuginstandhaltung entwickelte Colibri-Plattform, die aus verschiedenen Bausteinen wie zum Beispiel WLAN, Videoüberwachung oder auch dem Fahrgastinformationssystem besteht.

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Flexibles Angebot

Die Hotsplots-WLAN-Lösungen sind modular aufgebaut und können entsprechend den Kundenanforderungen konfiguriert werden. Das Portfolio reicht dabei vom rechtssicheren GästeWLAN über die Bereitstellung von WLAN-Marketing-Funktionalitäten bis zur Integration von Mehrwerten wie touristischen Informationen, Zeitschriften und Entertainment-Inhalten. Bis Ende 2019 stattet das Berliner Unternehmen alle Fahrzeuge der S-Bahn-Rhein-Main mit WLAN aus, das kostenlos genutzt werden kann (siehe Regionalverkehr 6-2018). Zum Leistungsumfang gehören unter anderem die Ausleitung des Traffic, die Einhaltung sämtlicher rechtlicher Anforderungen, der Betrieb des Datacenters, die Zug-Land-Verbindung inklusive Multiprovider-Lösung, die Bereitstellung des Captive Portals an die Endgeräte im Design der S-Bahn Rhein-Main bzw. des Rhein-Main Verkehrsverbunds (RMV) sowie eine Kontingentierung der Endgeräte.

 

Sie möchten mehr erfahren? Lesen Sie den kompletten Artikel im PDF. (Auszug "Regionalverkehr" Ausgabe 1/2019. Autor Tim Schulz) Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "Regionalverkehr".